The Kickin Dead

Die Ahnen des Kickin' Ass Mags. Rockstars unserer Facon, die das Zeitliche segneten, ihre Geschichte, ihre Bands, ihr Schaffen, ihre Gräber. Heute mit ...

Jay Reatard (Jimmy Lee Lindsey Jr.)
geboren: 1. 5.1980 in Lilbourn, Missouri, USA
gestorben: 13.1.2010 in Memphis, Tennessee, USA
Grabstätte: Jay ist neben Isaac Hayes begraben, im Grotto, Memphis Memorial
Park
Berufung: Gitarrist, Sänger, Schlagzeuger, Keyboarder, Bassist, Alles-Instrumentalist, Komponist, Bandleader
Bands: The Reatards, The Bad Times, Lost Sounds, Nervous Patterns, Terror Visions, Destruction Unit, Final Solutions, Angry Angles und solo
von: 1998-2010
Geschichte: Die ersten Aufnahmen sandte Jay bereits im Alter von 15 Jahren an Eric Oblivians Label Goner Records. 1998 veröffentlichte er die erste LP mit den Reatards. Seine Karriere umspannte nur 11 Jahre doch seine Output und seine Livepräsenz dafür sind unglaublich: 22 volle Alben, über 100 Veröffentlichungen insgesamt, über 1000 Liveauftritte in 20 Ländern. Dies alleine dokumentiert die Kreativität, die ebenso wütend war wie Jays Naturell. Bereits die Reatards explodierten in einer Lärmorgie aus Teenage Hate, Aggression und nimmer enden wollenden Streits mit Bandmitgliedern, Plattenfirmen, Veranstaltern, dem Publikum, anderen Bands und wer auch immer Jay ungeschickt in die Quere kam. Sein Leben verlief intensiv und gewalttätig. Daher war es einerseits auch nicht weiter verwundernd, dass es ein schnelles Ende nahm, auch wenn sich noch kein Abstieg gekennzeichnet hatte, denn Jays Karriere erlangte mit dem jüngsten Soloalbum auch den grössten Höhepunkt. Eigentlich blieb zuletzt eher zu erwarten, dass er ganz gross durchstartet.
Seine musikalische Bandbreite umfasste krachigen Garage-Punk, wütenden Synthie-Pop bis zu melodischem Pop-Punk, wie er auf seinen jüngsten Produktionen zu hören war. Immer gleich blieb aber seine bodenständige, authentische, Low-budget-Arbeitsweise. Bis zuletzt verfolgte er unbeharrlich seinen Weg und liess sich von nichts und niemandem ködern oder ablenken. Ein kontroverses, ebenso geliebtes wie gehasstes Genie. Anders kann man das nicht sagen. Er wurde nur 29 Jahre alt und in der Nacht zum 13. Januar 2010 in seinem Bett liegend von einem Mitbewohner gefunden. Todesursache war eine Vergiftung durch einen Mix aus Alkohol und Kokain. Also doch ...
(Ralf, 18.1.10)


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