Logo
home Navigation
Konzerte Navigation
Plattenkritiken Navigation
DVD Kritiken Navigation
Clubguide Navigation
World Of The Weird Navigation
KA Festival Navigation
Links Navigation
Gaestebuch Navigation
Werbebanner Backbeat Electric

Titelueberschrift

Konzertbesprechungen
Die neusten Reviews findet Ihr hier, später werden sie chronologisch archiviert.

1999 - 2000 - 2001 - 2002 - 2003 - 2004 - 2005 - 2006 - 2007 - 2008 - 2009 - 2010 - 2011 - 2012 - 2013 - 2014 - 2015 - 2016 - Aktuell

Thomas Allan Band (Köln, 23.11.16) - Archive (Köln, 25.11.16) - Bad Noids (Berlin, 15.10.16) - Clowns (Köln, 10.8.16) - D. Cooper (Berlin, 21.10.16) - The Diegos (Berlin, 21.10.16) - Disaster Jacks (Köln, 10.8.16) - Louise Distras (Köln, 23.11.16) - Doc Schoko (Berlin, 21.10.16) - Dystopian Society (Berlin, 13.8.16) - Fotzen Power Germany (Berlin, 21.10.16) - Il Sogno Del Marinaio (Berlin, 24.10.16) - Mommy Boys (Berlin, 21.10.16) - The Monsters (Berlin, 14.11.16) - Negot (Berlin, 13.8.16) - The No Fits (Berlin, 21.10.16, Berlin, 13.8.16) - Paul Orwell & The Nightfalls (Berlin, 11.9.16) - Les Playboys (Berlin, 10.9.16) - Rancune (Berlin, 21.10.16) - Dean Roberts (Berlin, 24.10.16) - Sir Robin & The Longbowmen (Berlin, 1.8.16) - The Royal Flares (Berlin, 10.9.16) - Snoffeltoffs (Berlin, 1.8.16) - The Thanes (Berlin, 11.9.16) - The Toylettes (Berlin, 21.10.16) - Tupsi Tampon (Berlin, 15.10.16) - Ulrika Spacek (Köln, 11.10.16)

Fr. 25.11.16 Archive - Köln, Kantine (ca. 1500 Zuschauer, ausverkauft)
Nie gehört von, obwohl die schon 10 Platten oder so draussen haben. Ich konnte umsonst rein und hatte "was in der Art von Portishead" recherchiert. Ganz weit entfernt waren die tatsächlich nicht. In deninstrumentalen Passagen zwischen oder mitten in Songs konnte das durchaus mal unheilvoll klingen. Am Ende überwog aber doch die geradlinige Melodie und die melancholische Seite war weniger introvertiert und zerbrechlich, sondern eher die elegisch-grosse Geste.
Zwei Keyboarder und Songwriter sind wohl das Main-Team, der Rest wird nach Bedarf neu rekrutiert. Keine Ahnung, warum denen die Leute immer wegrennen. Es ist aber stets von irgendwelchen Differenzen zu lesen.
Die Band sitzt in London oder mittlerweile Frankreich. Hatte nicht genügend Geduld das erschöpfend zu recherchieren. Da ich erst ankam als sie schon mitten im Set waren, konnte ich mich leider kaum ein paar Meter in den Saal bewegen, da es rammelvoll war. Dennoch für mich wieder die Bestätigung am Unterschied zwischen Archive und Portishead: Den weniger kunstvollen und queren Weg einzuschlagen, macht nicht automatisch bekannter. Auch mit einem von einem verstörten Inneren getriebenen Ding, das viele Psychosen auszulösen vermag, kann man, wenn man soviel Qualität wie Portshead in die Waagschale legt, durchaus auch für ein grösseres Publikum interessant sein. Denn - wer kennt schon Archive?
(Ralf, 29.11.16)
Mi. 23.11.16

Louise Distras, Thomas Allan Band - Köln, Sonic Ballroom (ca. 50 Zuschauer)
Als ich rein kam war es schon mucksmäuschenstill. Thomas Allan stand mit seinen beiden Mitstreitern vor der Bühne, sang eine Ballade und die Fans waren schon mitten in den Klauen der Ergriffenheit.
Ist ja nichts Schlechtes, hehe. Ich fand den Jungen eigentlich auch extrem gut. Die Riffs haben was punkiges, sind stimmig. Die Songs melodiös, emotional, nicht zu kitschig - oder hatte er mich auch schon verhext? Seine Stimme ist herausragend. Er ist sympathisch. Engländer, dem Akzent nach. Seine Gitarre mit nem Dreh ins Bluesige, manchmal recht minimal, man fragt sich, ob ne zweite Klampfe fehlt, aber ich denke, es ist gut so. Man kann auch mal runterfahren. Die Thomas Allen Band fährt viel runter, zieht dann aber wieder an, gerade rechtzeitig, bevor ich die Augen verdrehe und ... ja, ich war ziemlich angetan. Dann spricht er plötzlich akzentfreies Deutsch. Häh? Doch Deutscher, Mehrsprachler? Oder stimmt hier irgendwas nicht? Er ist jung. Vielleicht verstehe ich wieder mal die jugendliche Welt nicht. Ich müsste das noch mal sehen, bräuchte mehr Eindrücke.
Louise Distras ist eine echte Engländerin und ne Art Punk-Singer-Songwriter. Sie war mit voller Band unterwegs, alles Frauen und die hatten ihren Kram im Griff, zur Hölle! Das waren alles Top-Quality Musikerinnen und Louise hat eine grossartige Stimme. Die Kompositionen sind gerade noch Punk genug, um nicht vom Sockel getreten zu werden, aber doch seeeeeeehr grade geschnitten, auch wenn die Kompositionen ausgefeiltes Riffing kennen.
Sie singt von United Kids, Revolution, No Democracy und so. Von Liebe und so. Punk halt. Einfache Botschaften, die aber von Herzen kommen. Das ist völlig in Ordnung, macht Spass und ist beeindruckend perfekt. Man konnte fast über den Mitklatsch- und Mitsingscheiss und die fünfte Beteuerung hinwegsehen, wie toll doch dieses Publkium wieder sei ... im Sonic Ballroom ... an einem Mittwoch. Fast!
Magnus meinte am Ende: "Die könnten auch knüppelharten Punk spielen!" Das könnten sie ... auf ALLE Fälle könnten sie das. Und zwei Herren sehen sich in die Augen und sagen: "Und dann wäre es RICHTIG gut gewesen." Wäre!
Louise Distras und Thomas Allan sind Mainstream, aber die gute Art von Mainstream. Achja, und Bela B soll es auch gut gefallen haben. Keine Ahnung, uns ist er nicht aufgefallen und das spricht ja für ihn.
(Ralf, 30.11.16)

Mo. 14.11.16 The Monsters - Berlin, White Trash Fast Food (ca. 250 Zuschauer)
Brutaler, lauter, reduzierter, lustiger und sympathischer denn je. The Monsters sind auf ihrer 30 Jahre Jubiläumstour das Blueprint für Primitive Rock'n'Roll. Und das spiegelt auch die aktuelle LP "M" wieder. Mehr Punk geht nicht!
(Ralf, 21.11.16)
Mo. 24.10.16 Il Sogno Del Marinaio, Dean Roberts - Berlin, Monarch (ca. 200 Zuschauer)
Dean Roberts, ein netter Mensch aus Neuseeland. Wäre er nicht so nett und sympathisch, hätte ich ihn an diesem Abend durch die Scheiben des Monarchen auf die anderthalb Stockwerke tiefer befindliche Skalitzer werfen müssen, wo er so gerne raussah und in den Pausen zwischen den unfassbar langweiligen leeren Liedern Kommentare abgab, innehielt, dann das Bier suchte und weiter rausschauend einen Schluck nahm ... noch einen ... sich dann langsam wieder uns zuwandte, die eingequetschte Hundertschaft an Sardinen, und sich an uns vorbeiwandte, um etwas in seinem Notenbuch zu blättern, lächelte, ein paar unhörbare Worte neben das Mikro sprach und dann ... (das Mahlen meiner Zähne MUSS noch in der letzten Reihe hörbar gewesen sein), das nächste seiner 4 oder 5 Lieder anstimmte, denn mehr schaffte er nicht, in der verbleibenden Zeit ... mehr wollte er auch nicht ... und mehr hätte er auch nicht gedurft, sonst hätte er gemerkt, dass es im Publikum Menschen gibt, die nicht so nett und sympathisch sind wie er.
Experimentell zu sein, kann manchmal auch die einfache Umschreibung für Nichts sein. Nach dem ersten Song dachte ich noch, dass das was für suizidgefährdete Teenage-Girls sein könnte, nach dem zweiten, dass es nicht mal dafür reichen würde und ich sogar Jandek interessanter finde. Ihr kennt Jandek, oder? Und das durchunddurch Grauenvolle an diesem Vergleich ist: Dean Roberts ist bei bester Gesundheit. Ich wünsche ihm, dies noch lange zu sein.
Während Mike Watt und Gesellen die Bühne betraten, holten mein Begleiter Magnus und ich uns noch ein Bier und waren dann an der Bar festgenagelt. Es war so voll, dass man nicht mehr wegkam. Ich kann dazu nur sagen, dass ich mich sofort enorm entspannte. Ich war einer der wenigen, der während des Konzertes Getränke bestellen konnte. Ein Traum. Selbstverständlich nahm ich das unerwartete Angebot reichlich an und erfreute mich ansteigender Laune, die es mir zuliess, weitere Experimente zu ertragen.
Jenes war natürlich auch vom guten alten Mike zu erwarten, der schon mit seiner ersten Kapelle Minutemen, an der Seite des 1985 verstorbenen D. Boon, ganz wunderliche und oft kopierte aber nie erreichte Facetten in die Punkmusik brachte. Wer sich kurz ins Gedächtnis zurückrufen möchte, wie das mit den Minutemen, Boon und Watt noch mal war, kann sich mit diesem Rolling Stone Artikel die Essenz auf einem Blatt extrahieren lassen.
Und da Magnus noch direkt davor über das unsägliche (nein, sein Ausdruck war irgendwie derber, aber wir sind ja ein anständiges Magazin hier) Dead Kennedys Konzert berichtet hatte, so lustlos gespielt, dass man wirklich nur Geld als den Grund der Tour vermuten mochte, so konträr erweist sich Mike Watt in seinem Tun über seine ganze Karriere. Nach dem frühen Tod Boons waren die Minutemen Vergangenheit und nichts hat Mike seitdem gemacht, das an die damalige Bekanntheit und Sensation im Schaffen heranreicht. Dennoch wirft er uns unablässig Musik um die Ohren, die völlig der Kunst ergeben ist, ohne andere Ansprüche, dies aber radikal fordernd.
Klar, diese verwegene Musikmischung aus Punk, Funk und Jazz muss man erst mal mögen (und da stehe ich nunmal auch eher in den hinteren Reihen), sein Einfluss auf sogar sehr berühmt gewordene Bands wurde von diesen aber stets betont (bspw. ist ihm das Album Blood, Sugar, Sex, Magic gewidmet).
Auch wenn ich es nicht leiden kann, als Sardine in einem Konzertsaal zu stehen, war es für mich ein Glück, mit anzusehen, wie Mike Watt an einem Montagabend, irgendwo im europäischen Nirgendwo, einen Konzertsaal mit 200 Leuten zu füllen vermag. Die Legende lebt und ich hoffe sie lebt noch lang.
Ich brauchte, etwa drei vier Songs, um die Musik aushalten zu können, hatte aber auch das Gefühl, dass es im Verlauf des Konzerts gefälliger für meine Ohren wurde. Es war viel Gefrickel, aber viel Schelm darin. Der Punk sprüht dem Watt (und seinen Mitstreitern auch) aus allen Poren, auch wenn das hier schon viel mehr die Verweigerungs- denn eine musikalische Haltung ist. Aber ziemlich oft ist da schon ganz schöner Unfug, den die da machen. Und sie machen es mit zwinkernden Augen. Am Ende war ich dann doch sogar ziemlich angetan. Vielleicht werde ich mir doch noch mal ne Minutemen Platte kaufen, die ich bislang immer schmählich stehen liess, nicht ohne sie jede Nacht ins Gebet einzuschliessen.
Mike Watt is one of the good guys.
(Ralf, 29.10.16)
Fr. 21.10.16 Lobotomy 50 - Berlin, Bei Ruth (ca. 120 Zuschauer)
Gefühlte 20 Bands an diesem Abend bei Toms 50stem. Jede Band spielte 15 Minuten und mindestens solange ging meist der Umbau bis zur nächsten, den der freundliche DJ passend zu überbrücken wusste. Ein kurzweiliger Abend, dessen Anfang wir zwar mitbekamen, leider aber nicht mehr das Ende. Schade, denn da meines Wissens alle Bands aus Berlin waren, gab es einen netten Ausschnitt des Schaffens im unteren Segment (und das ist nicht negativ gemeint!) zu sehen. Viel Punk, mal rockiger, mal rotziger, mal elektronischer, mal garagiger, aber immer nice to see, denn wenn's jemandem mal gar nicht gefiel, war's ja gleich wieder rum.
Wir haben gesehen: D. Cooper (Akkustik-Singer-Songwriter, sehr minimal und finster, was aus meiner Feder immer positiv zu verstehen ist, aber es war noch kaum jemand da), The No-Fits, die hier schon besprochen wurden (roher Punk, mit leichten 60s Anleihen), Mommy Boys (Deutschpunk, schön angepisst aber sonst nicht ganz mein Style), Doc Schoko (Rock mit deutschen Texten, aber nicht die geleckte Sorte ... die ältesten Jungs des Festivals auch und ich meine, dass ich einen Song sogar richtig gut fand. Die Band hat wohl irgendwann mal auf nem Monk-Tribute und nem The Fall-Tribute mitgemacht und das spricht ja für sie), Fotzen Power Germany, die wohl schon wegen ihres Bandnamens Karriere machen müssten (drei weibliche Punks, die ziemlich gut im Griff haben, was die da tun, nämlich Punk, mit cool versetzten Gesängen, der nie so ganz irgendwelche Klischees bedienen möchte), The Diegos gefielen mir weniger (60s-beeinflusster Rock? Pop?, groovy, durchaus sehr eigenständig, aber ohne Appeal für mich), The Toylettes (Girl-Fronted Punk), Rancune (französischer Synthie-Disco-Wave, bei denen mir eigentlich nur ein Song gefiel, weil er bisschen aggressiver war, fast wie DAF). Gespannt war ich auf The Bikes gewesen, die ich leider verpassen musste.
(Ralf, 7.11.16)
Sa. 15.10.16 Bad Noids, Tupsi Tampon - Berlin, K19 (ca. 50 Zuschauer)
Synthie-Punk aus Berlin von Tupsi Tampon, den wir leider nur von oben hörten, weil wir gerade erst angekommen waren und auch dachten, dass das einen kleinen Moment länger dauert. Nach 20 Minuten aber war alles schon rum. Die Synthis klangen als wär ihnen kotzübel, der Gesang dazu eher typisch deutschpunk-aggressiv. Interessante Mischung. Hätte ich gerne gesehen. Da waren wir zu lahm am heutigen Abend.
Daher waren wir bei den Bad Noids aus Cleveland dann auf Zack. HC-Punk, sehr bratzig von Gitarre und Bass, das Schlagzeug extrem unruhig und dauernd wechselnd. Mir schon einen Tick zu technisch, ging grade noch durch. Der grosse Besondere bei den Bad Noids ist der Sänger, der ziemlich psycho ist, aber auf die lustige Art. Erinnerte mich fast an alte Haudegen wie David Yow, der mir die unterhaltsamsten Stunden vor einer Bühne überhaupt beschert hat. Ich glaube aber, das war vor den Zeiten von Kickin Ass. Leider waren die Bad Noids nach 20 Minuten auch schon durch. Ich bin ja ein Freund von kurzen Sets. Dieser Abend war, aufgrund der ausgefallenen dritten Band, aber deutlich zu schnell zuende.
(Ralf, 16.10.16)
Di. 11.10.16
Ulrika Spacek
- Köln, King Georg (ca. 50 Zuschauer) Foto: Marc Frandel
Rhy Edwards wohnte in Berlin, als er dort aber nicht die Leute fand, um die Idee zu Ulrika Spacek zu realisieren, zog er wieder nach London. Ulrika Spacek hat drei Gitarristen und die Wurzeln sehe ich zwischen der Experimentierfreudigkeit von Sonic Youth (drei Fender-Gitarristen), dem hypnotischen Riffing der Wüstenrocker um Kamerad Josh (ich sehe das eher als das monotone Repetieren der Krautrocker) und der modernen Spielart der Indie-Psychedelia, inklusive des wimpigen Äthergesangs.
Jeder hat ein Effekt-Case vor sich wie die Schaltzentrale eines Jumbo-Pilots. Ich kann sowas ja gar nicht leiden. Das ist Männerscheiss. Liebe zur Technik. Früher haben sie halbstündige Solos gespielt. Heute wichsen sie mit ihren Effektboards. Eine Detailverliebtheit, ein Ausklügeln, ein im Kämmerleinsitzen und probieren probieren probieren. Das hat nichts mit Musik und nichts mit Rock'n'Roll zu tun. Dazu hab ich mir vorher ein zwei Videos im Internet angesehen und da kauerten sie, in sich gekehrt, jeder auf dem Boden und drehten an ihren Scheissknöpfen rum.
Im Konzert gewann ich einen ganz anderen und viel besseren Eindruck. Sie hatten ihren Sound extrem gut im Griff. Auch wenn das etwas überangestrengt rüberkam. Locker ist anders. Dennoch: Sehr gutes Konzert. Hat viel Spass gemacht. Die lieben ihren Kram wenigstens und verlieren sich auch nicht in ihren Songs oder ihren Sounds. Die Komposition ist wichtig, teil sehr ungewöhnliche Wandlungen, sie vergessen die Rhythmik nicht, Schwächen eventuell am Gesang, der aber auch eine dementsprechend untergeordnete Rolle spielt, was sie sich stilistisch auch erlauben können.
Optisch sind sie ziemlich in sich gekehrte, aber durchaus ansehnliche Wimpys. Ziemlich an der Grenze, aber es ist ok, denke ich. Gute Band.
(Ralf, 22.10.16)
Sa. 11.09.16 Berlin Beat Explosion Vol. 11 - Berlin, Bassy Cowboy Club (ca. 250 Zuschauer)
Samstag: Paul Orwell & the Nightfalls - The Thanes
Paul Orwell mag Musik vor 1972, was sich etwas in seinen eigenen Musiken niederschlägt, auch wenn er eigentlich eher dem Indie-Rock-Lager zuzuordnen ist. Die Band sieht gut aus, etwas pausbäckig, aber erstmal unterhaltsam, auch wenn die Spannung am Ende auch nur für 20 Minuten hält.
Paul Orwell halte ich für nen typischen jungen Briten der davon träumt ein Rockstar zu sein und sich dann ein Supermodel hält.
Die Thanes danach wieder das echte Leben. 4 gestandene Männer aus Schottland, die seit den 80ern legendären Status in der Garage haben. Verdient haben sie sich dies durch eine hohe Anzahl atemberaubender Songs, die sie auch heute wieder mit Inbrunst vortragen und mit ihrer lockeren, bescheidenen Art der Gewinner des Festivals sind. Alles Überkandidelte ist ihnen unangestrengt fremd. Der Star für mich der zweite Gitarrist/Organist, der sowas von unerschütterlich scheint, dass ich ihn mir seitdem gerne vorstelle, wenn ich vor was Angst habe. Ich denke immer, wie würde er damit umgehen. Das ist cool und zwar echte Coolheit.
The Thanes rule! Erneut, wie letztes Jahr auf dem Garageville DIE ÜBER-Band.
(Ralf, 5.10.16)
Fr. 10.09.16 Berlin Beat Explosion Vol. 11 - Berlin, Bassy Cowboy Club (ca. 200 Zuschauer)
Freitag: The Royal Flares - Les Playboys
Die Royal Flares aus München haben wirklich ausserordentlich schöne Kompositionen, vor allem die ruhigeren Nummern, finde ich, stehen ihnen besonders. Sie geben sich nicht damit zufrieden, sich ein paar Riffs zusammenzustümpern und sich ansonsten nur auf authentisches Aussehen und ihre Plattensammlung zu berufen. Am Ende spielten sie vielleicht einen Tick zu lange und verloren etwas die Bindung zum Publikum. Aber ich finde es auch nicht unsympathisch, dass sie eben keine Rampensauen sind. Verschrobene Unschuldigkeit ist mir allemal lieber als versuchtes Stargehabe. Letzteres muss auch nicht zwangsläufig unterhaltsamer sein. Manchmal ist ein GoDownInFlames langweiliger als ein paar beharrliche Widergänger. Im Gegensatz zu vielen aktuellen Garage-Bands genieren sich die Royal Flares auch nicht, Bands wie den Byres oder Yardbirds die Ehre zu erweisen (Einfluss, nicht Cover) , was ich ausnehmend interessant finde, da man in der Szene da ja eher mal die Nase rümpft, weil das zu "bekannt" ist. Wie immer, ist der Star, der was covert, das sonst niemand kennt.
Les Playboys waren dagegen anfangs etwas steif, insbesondere der Sänger taute wirklich erst nach etwas der Hälfte des Sets auf. Dann kamen sie aber wirklich extrem gut in Fahrt und obwohl sie auch sehr ähnlich in den Arrangements waren, gab es doch einen Spannungsbogen, der sich bis zum Ende steigerte. Insbesondere der Basser ist natürlich eine Augenweide. Den Rest tat das Bier ...
(Ralf, 5.10.16)
Sa. 13.08.16 The No FitsNegot, Dystopian Society, The No Fits - Berlin, XB Liebig (ca. 50 Zuschauer)
Negot sind eine recht langweilig anzusehende Band mittel-fortgeschrittenen Alters aus Bergamo mit düsterem New Wave und anarchistischer Haltung, wenn ich das richtig aufgeschnappt habe. Musikalisch fand ich sie nahezu völlig uninteressant. Vielleicht hätte ich doch eins der Blätter auffangen sollen, die sie ins Publikum warfen und auf denen offensichtlich Songtexte standen.
Dystopian Society davor gefielen mir wesentlich besser. Sie hatten die deutlich besseren und direkteren Songs. Kantiger New Wave ohne Keyboards mit einer starken Frühachtziger Punk-Attitüde. Sie brauchten etwas um in Schwung zu kommen, brachten dann aber schon alles, was Negot nicht besser machen konnte. Optisch und musikalisch.
Eröffnet wurde der Abend von zwei Dritteln der No Fits mit garagigem Riff Punk, mit gerufenem aber nicht geschrieenem Gesang (tja, was soll das denn jetzt heissen?) und wechselnden aber wirklich interessanten Drums, leider noch etwas unbedarft. Ich meine, Ihr wisst, dass es gerne rumpeln darf für mich, auch mal gehörig. Die No Fits rumpelten noch deutlich zu viel. Aber wenn das besser wird, dann Habacht!!
Eigentlich ein unterhaltsamer Abend, klanglich war das aber, leider wohl den Möglichkeiten vor Ort geschuldet, ziemlich anstrengend. Man konnte die Gesangslinien oft nur erahnen.
(Ralf, 14.8.16)
Mi. 10.08.16 ClownsClowns, Disaster Jacks - Köln, Sonic Ballroom (ca. 90 Zuschauer)
Tritt Hardcore Punk auf der Stelle? Die Clowns auf jeden Fall. Mal etwas mehr, mal etwas weniger Metal, ansonsten das gleiche Gehabe und Gespiele wie seit 1985, dazu auch qualitativ weder besser noch schlechter. Warum die aus Australien hierher kommen müssen um dasselbe zu machen wie tausende europäische Bands, erschliesst sich mir nicht.
Davor Disaster Jacks aus Spanien. Zwei Frauen und ein Basser. Auch Punk, aber nicht ganz so klassischer HC, vorallem minus Metal und minus Mosh. Eigentlich alles soweit nicht schlecht, aber der Sound war ein einziges Gedröhne. Noch nie ne Band mit so schlechtem Sound im Ballroom gesehen.
Aber: Der Laden war sehr gut gefüllt. Den Leuten gefiel's.
(Ralf, 14.8.16)
Mo. 01.08.16 Sir Robin & The LongbowmenSir Robin & The Longbowmen, Snoffeltoffs - Berlin, Schokoladen (ca. 50 Zuschauer)
Snoffeltoffs ist halbjugendlicher Schrabbel-Indie-Pop mit Feel-OK-Faktor, dennoch nicht ohne angenehme Snottiness. Sympathische lockere Typen aus Berlin, gesanglich vielleicht nicht ganz so stark, aber ich bin auf ihrer Seite.
Sir Robin aus Dresden sind schon etwas älter und spielen eigentlich ganz interessanten Psychedelic-Rock, irgendwo zwischen Haight-Ashbury und Krautrock, mit Sitar, spaciger Orgel, ausgedehnter Spiellänge, die sich aber glücklicherweise in spannungsvollem Aufbau und nicht in ellenlanger Solodudelei niederschlägt. Es hat lange gedauert, aber heutzutage wissen die meisten Kids wie man mit Solos umgeht. Ein positiver Effekt des Punkrock goes Stadionrock. Wir wollen Musik hören und Gefühle damit verbinden. Handwerkliche Kunst kann man auch in den Dienst des Songs stellen. Leider auch bei den Longbowmen der Gesang eher die Schwäche. Sonst alles gut. Ich mag auch die Longbowmen. Die Leute haben getanzt.
(Ralf, 7.8.16)

Liebe Eltern, Rockmusik kommt vom Teufel! Wenn Sie Ihre Kinder schützen und uns zur Verantwortung ziehen wollen, finden Sie hier unsere Adressen.

Teufel