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Platten 2001

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Blood Brothers - March on Electric Children | The Briefs - Hit After Hit | The Come Ons - Hip Check! | The Cult - Beyond Good and Evil | The Detroit Cobras - Life, Love And Leaving | The Dirtbombs - Ultraglide In Black | Golden Zombies | The Greenhornes - The Greenhornes | Various Artists - Sympathetic Sounds Of Detroit | The Von Bondies - Lack Of Communication

The Greenhornes - The Greenhornes (Telstar, 2001) - LP
Ich würde die Greenhornes aus Cinncinatti mal so grob beim 60s-Rock einschubladen. Dies hier ist die zweite Platte und sie fühlte sich vom ersten Anhören gut an, so dass ich mir dann auch die dritte kaufte. Irgendwie sind die mir dennoch immer zu unkonkret. Die Songs sind mir etwas zu lang, nicht wild genug und nur die Balladen bleiben mir hängen. Manchmal klingen sie ein bisschen wie die Stones, manchmal wie die Yardbirds, immer ganz nah an den Sixties und mit guten Songs aber vereinnahmt haben sie mich erst nachdem ich beiden Platten jetzt noch mal nen Extraschub an Durchläufen gab.
Nachdem zwei Jahre lang nichts von der Band zu hören war, wurde 2004 zu ihrem bislang besten Jahr mit einer Compilation-CD und einer 5-Track-EP auf V2 sowie einer US- und Europatour mit den White Stripes. Ausserdem baute Jim Jarmusch "There is an End" von Dual Mono in seinen "Broken Flowers"-Soundtrack ein, auf dem übrigens auch die alternde 60s-Göre (soll nicht abwertend gemeint sein, denn ich liebe sie) Holly Golightly mitsingt und das alles wird den Erfolg der Greenhornes zum Selbstläufer machen. Man arbeitet sich da offensichtlich gegenseitig in die Hand. Ist ja nicht verboten, wirft aber von aussen halt immer ein doofes Bild auf alle Beteiligten. Ich weiss auch nicht so richtig, was die daran finden, monatelang mit den White Stripes durch die Hallen der Welt zu ziehen. Hat man da Spass oder will man da vorallem "zu was kommen"? Ist zwar genausowenig verboten, aber ... und warum ist eigentlich der kleine Dicke mit der Brille nicht mehr dabei? Sah der denen vielleicht nicht gut genug aus? Vorurteile üver Vorurteile.
Wieauchimmer: Im Moment sind sie in Australien auf Tour und wenn sie zurückkehren, soll die reguläre vierte LP eingespielt werden, die dann bestimmt den grossen Durchbruch bringen wird. Die Band besteht nun allerdings nur noch aus drei Leuten, auch wenn sie im Studio wieder viel overdubben werden, wie auch bisher immer geschehen.
(Ralf, 20.1.06)
The Blood Brothers - March on Electric Children (Three.One.G, 2001) - LP
Der Zweitling "March on Electric Children" (wiederum auf einem Kleinstlabel, Three.One.g, erschienen) ist ein Tritt in die Fresse im direkten Vergleich zum Debüt. Innerhalb eines Jahres perfektionieren die Blood Brothers ihren Stil und kreieren hier ihre Version von Chaoscore. Klingt wie Converge auf ganz schlimmen Uppern. Was ihnen hier noch abgeht ist das Spiel mit dem Pop, das den Nachfolger "Burn Piano Island Burn" erträglich macht. Denn das hier ist wirklich krasser Stoff. Brutal, ausser Kontrolle, zerrissen und gemein bis zum Anschlag. Sogar für mich ist das die Grenze der Hörbarkeit. Wenn sich nicht so offensichtlich ihr Genie in ihrer Musik spiegeln würde.
Was die Rhythmusgruppe, vor allem der Bass, hier veranstaltet, geht nicht mal auf eine Jazz-gegerbte Kuhhaut. Denn holzen ist das eine, mit Verstand und überdurchschnittlichen Fähigkeiten holzen das andere.
Cody, der Gitarrist, wartet hier mit seinen charakteristisch gewordenen, ich möchte mal sagen "Gitarrenideen" auf. Jordan und Johnny schreien sich gegenseitig in Grund und Boden. Und am Schluss ein Pianostück, "American Vultures" ... so unendlich kaputt, weil gespielt von den Blood Brothers.
Von den Texten möchte jetzt bestimmt niemand was hören, oder? Aber, ich wiederhol mich in dem Fall wirklich gern, die sind vom anderen Stern! Man schaue sich nur mal "Siamese Gun" an. Mehr ein Gemälde als ein Lyric! Ja, so muss man das sehen, denn anders ist es kaum zu verstehen.
"March on Electric Children" ist anstrengender als meine Lieblingplatte "Burn, Piano Island, Burn", aber mindestens genauso genial. Solche Musik zu hören ist Masochismus. Und ich will mehr davon.
(Martin)
The Come Ons - Hip Check! (Sympathy For The Record Industry, 19.9.01) LP
OK. Den Eindruck ihres Auftritts auf dem Vegas Shakedown 2001 haben sie jetzt durchweg bestätigt. Die Come-On's haben deutlich an Pepp verloren und die Melodien sind grauer geworden. Klingt alles eindimensionaler, langweiliger und nicht mehr so frisch. Die zweite Stimme von Ko (heute Ko And The Knockouts) fehlt mir sehr, Gitarre und Orgel haben an Pracht verloren, werden viel fader eingesetzt. Der lahmste Song der grossartigen ersten LP ist in etwa so knallig wie der schmissigte der neuen.
Schade. Dennoch ist's ne schöne Platte. Underground-Pop mit weiblichem Gesang und dem Flair einer übersehenen Stripbar, in die sich kein Ballermann jemals verirren wird.
(Ralf)
Various Artists - Sympathetic Sounds Of Detroit (Sympathy For The Record Industry, 17.4.01) LP
Alles was in Detroit so Rang und Namen hat unter einem Dach, aufgenommen von Jack White (White Stripes), alles im selben Studio, im selben Raum, mit dem selben Equipment. Man hört zwar nicht, wie auf dem Cover angekündigt, nur Unveröffentlichtes, dennoch ist die Platte interessant und abwechslungsreich und man bekommt auch Bands zu Ohren, von denen man bislang nur Reden hörte.
Es ist nicht alles umwerfend aber es gibt auch keine Totalausfälle. Zumindest von den Come Ons, Von Bondies und leider auch von den Detroit Cobras gibt's nur Songs, die man schon kennt, und so sind insbesondere die weniger bekannten Bands, die teilweise noch keine Longplayer veröffentlicht haben (Buzzards, Ko And The Knockouts, deren erstes Album allerdings 2002 noch auf Sympathy kommen soll, etc.) der Lohn für das Entgelt, das die Platte gekostet hat.
(Ralf)
Golden Zombies - The 24 Kilate Sound (Munster Records, 10")
Spanische Instro-Kombo die klingt wie eine Mischung aus Mambo Kurt und Speed Chicken. Orgel und Gitarre wechseln sich in der Melodieführung ab. Das Songmaterial ist erfrischend, auch wenn's fast klingt wie der Soundtrack zu einem der zahlreichen deutschen Reportfilme der siebziger Jahre. Die Golden Zombies sind cool und genau das, was Onkel Ralf gefällt. Ole!
(Ralf)
The Von Bondies - Lack Of Communication (Sympathy For The Record Industry, 17.7.01) LP
Die Von Bondies machten ja bereits als Support der White Stripes einen sehr guten Eindruck. Lack Of Communication ist nun das erste Album der Detroiter und für mich das beste Underground-Blues-Album seit Jahren. Vergleiche mit den Hard Feelings oder Chrome Chranks sind nicht ganz haltbar, aber noch am zutreffendsten. Die Von Bondies schwelgen jedenfalls nicht, wie jene, nur in finsterer Selbstzerfleischung, sondern opfern einen Teil ihrer Wehleidigkeit dem Dienste ihrer Songs. Und das hat ihnen sehr, sehr gut getan. Ausserdem sehen die Von Bondies gut aus und das nicht nur weil sie zwei Frauen (Bass und Gitarre) in der Band haben. Diese Musik trägt ganz viel von dem Geist und dem Klang in sich, den ich mit dem Wort Underground verbinde.
(Ralf)
The Briefs - Hit After Hit (Dirtnap Records, 17.7.01) LP
Whoa! 77er Punk-Rock, wie er nicht 77er-like sein könnte. Dazu von schier unglaublicher Frische und Tightness. Die Songs kommen immer exakt auf den Punkt, sind einfach und direkt und gehen sofort ins Ohr. Mitgeh- und Mitgröhlfaktor sind enorm, dennoch ist die Musik keineswegs stumpf, sondern hebt sich insbesondere auch durch Spielwitz hervor, so dass sich das Ding keineswegs schon nach wenigem Hören abnutzt. Kein Wunder, dass die Jungs fast nonstop auf Tour sind. Ihre Internetseite ist übrigens auch sehr informativ und topaktuell. Die Kickin-Ass-Crew hatte das Glück, die Band in Las Vegas 2001 gleich zweimal mitzuerleben.
(Ralf)
The Dirtbombs- Ultraglide In Black (In The Red Records, 29.5.01) LP
Häh? Fast nur Covers? Was'n jetzt los? Achso, da stehts: Collins schreibt in den Linernotes, dass viele der Songs ihn überhaupt erst dazu inspiriert haben, eine Gitarre in die Hand zu nehmen. Na gut. So gibt es unter anderem Songs von Miles Davis, Stevie Wonder, Curt Mayfield, Phil Lynott, Martin Gaye und Barry White zu hören. Wieder in schön altmodischem Sound. Man könnte meinen, das Ding stammt aus den Siebzigern. Der Krachpegel ist gegenüber dem Vorgänger deutlich zurückgegangen, was ich persönlich etwas schade finde, dennoch heizt das Teil ordentlich ein. Sicher einer der ganz grossen Tips des Sommers 2001.
(Ralf)
The Detroit Cobras - Life, Love And Leaving (Sympathy For The Record Industry, 23.4.01) - LP
Vorneweg: Die neue Detroit Cobras ist genauso gut wie die erste. Etwas ruhiger, doch spätestens nach dem dritten Hören haut's einem wieder die Kalotten raus. Diesmal steht sogar drauf, von wem sie den ganzen Krimskrams gecovert haben, denn für die Unbedarften sei erwähnt, dass die Detroit Cobras eine reine Coverband sind ... aber was für eine!!! Egal, was sie spielen, Otis Redding, Ike Turner, Mickey Lee Lane oder sonstjemand, klingen sie einfach immer unverwechselbar nach den Detroit Cobras. Unverbesserbar schrammeln die Gitarren vorwärts und ebnen den Grund für soliden 70er-Punk-Rock-Style, gewürzt mit einer sleazy-rauchigen Clubatmosphäre. Und über allem schwebt die Stimme von Sängerin Rachael Nagy, deren Ooh's und Yeah's einem wirklich eine Gänsehaut auf die Haut jagen können. Ich liebe diese Band ... jeder liebt diese Band, verdammt.
(Ralf)
The Cult - Beyond Good and Evil (Warner, 5.6.01)
Mit den Musikern von "The Cult" scheint es sich so zu verhalten wie mit einem guten Wein...je älter das Ganze wird, desto besser ist das Resultat. Um in diesem Bild zu bleiben: "Beyond Good and Evil" wäre da schon, nach 20-jährigem Bestehen im Business, ein sehr edles Tröpfchen, denn nach der 7 jährigen Pause die sich Ian Astbury und Billy Duffy gegönnt haben ist das Comeback mehr als geglückt. Was macht diese Musik aus? Schwer zu sagen, sie ist eben zeitlos und doch zeitgemäß. Platt gesagt ist es Rockmusik mit leichten Gothic und Metaleinflüssen. Dazu kommt dieses Mystische das sich wie ein Schleier um den Sänger wickelt, und das ist auch eines der Hauptmerkmale von "The Cult", die sehr markante Stimme eben jenes Ian Astbury. Was das Album auch noch von Ihrem Vorgänger unterscheided ist die Gitarrenlastigkeit und Schwere, die vor allem 2 Aspekten zu verdanken sind: Zum einen haben sich "The Cult" die Dienste von Matt Sorum (Drums) wieder gesichert (sozusagen eine Re-Union, denn Sorum spielte vor seinem Wechsel zu Guns'n`Roses eben bei The Cult) und zum anderen ist der Produzent des Albums Bob Rock, der unter anderem Metallica produziert hat. Die CD hat sicher auch ihre Höhen und Tiefen, aber es gibt eben überwiegend Songs die einfach umwerfend sind und einen, nach mehrmaligem Hören, nicht mehr los lassen, außerdem verbreitet diese Musik anfangs eine bedrückende Stimmung, die dann aber doch in Leichtigkeit endet. Anspieltipps sind u.a. "Rise" (erstes Video), "True Believers", "American Gothic", "The Saint" oder die Ballade "Nico". Und wer sich das Ganze mal noch live geben will sollte aufs "Rock am See" in Konstanz gehen, allerdings wäre das für mich auch der einzige Grund. "The Cult" macht keine Kickin.-Ass Musik, deshalb gibt's auch keine EF's,die CD ist aber dennoch um Längen besser als manche Kickin-Ass-Sektor Scheibe die in letzter Zeit so auf den Markt geworfen wurde (siehe Backyard Babies). Fazit: Authentizität statt Möchtegern-Rocker-Gehabe! Amen.
(Mr. Roadburner)

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